Schützenrohr - Nürnberg 1607


Replik eines Schützenrohrs nach einem Original aus dem Landeszeug-haus Graz.

Herstellungsort des Originals: Nürnberg 1607.

Gesamtlänge:
136 cm
Lauflänge: 97,5 cm
Gewicht: 3500 g

Innen glatter Lauf mit einem Laufkaliber 16 mm (20 Kugeln/Pfund), ausgelegt für eine Rollkugel von 14,9 mm (24 Kugeln/Pfund Nürnberger Silbergewicht).

Luntenschloss mit drehbarem Pfannendeckel, jedoch noch mit dem bis zur Jahrhundertwende üblichen Handhebelabzug ausgestattet.

Der sich zur Mündung leicht verjüngende Lauf ist durchgehend oktagonal profiliert. Die Visiereinrichtung besteht aus eingeschobener Kimme und aufgelötetem Korn.

Schaft aus hellbraun gebeiztem und geöltem Buchenholz mit einem Ladestockband. An den Konturen und Kanten mit linearen Verschnitzungen. Hölzerner Ladestock mit als Krätzer ausgeführtem Metalldopper.

Neben den großen und schweren Musketen gehörten zur Bewaffnung während des Dreißigjährigen Krieges diese leichteren Ausführungen von Gewehren, die sogenannten Schützenrohre oder einfach nur Rohre genannt (nicht zu verwechseln mit der verallgemeinernden Bezeichnung für die Läufe von Feuerwaffen, welche abenfalls als "Rohre" bezeichnet wurden). Schützenrohre hatten eine Länge von ca. 130 bis 135 cm, wogen weniger als 4 kg und wurden unter anderem in Suhl und Nürnberg hergestellt. Rohre hatten glatte Läufe (ohne Züge). Sie waren, ausgehend von der niederländischen Spezifikation von 1599, meist auf ein Kaliber von 20 Kugeln aufs Pfund Nürnberger Silbergewicht gebohrt (ca. 15,9 mm) und schossen eine rollende Kugel von 24 aufs Pfund (14,9 bzw. 15 mm). Leichte Rohre wurden ohne Stützgabel geschossen und stellten die Bewaffnung der sogenannten Schützen dar, die meist in der Landesdefension oder als Garnison befestigter Orte Verwendung fanden. Schützen führten kein Bandelier mit sich, sondern hatten ein am Gürtel befestigtes Flaschenhangsel, an welchem eine große Pulverflasche für die Treibladung und eine kleine Flasche für das Zündkraut hing. Rohre waren allerdings auch bei Dragonereinheiten sehr beliebt, da diese Art von Gewehren ohne Stützgabel geschossen werden konnte und sich mit Hilfe eines Lederriemens leicht über der Schulter hängend zu Pferde transportieren liess.


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