Luntenschloßmuskete, Suhl um 1630

Nachbau einer Luntenschloßmuskete nach einem Original in den Kunstsammlungen der Veste Coburg, Inv. IV. D. 148. Herstellungsort des Originals: Suhl ca. 1630

Gesamtlänge: 142 cm
Lauflänge: 102,5 cm

Kaliber (Bohrung): 19,7 mm (12 Kugeln/Pfund)

Gewicht: 4600 g

Lauf mit aufgelötetem Korn und eingeschobener Kimme, hinten oktagonal, nach den ersten Drittel in einen runden Außenquerschnitt übergehend, mit 6 halbradialen Zierverfeilungen im Übergangsbereich. Mündung halbrund abgesetzt. Drei im Bereich der Pulverkammer befindliche, ursprünglichen Meister- und Beschaumarken sind durch Signaturmarken des Herstellers ersetzt. Eingeschlagene Jahreszahl ohne Bezug zum Herstellungsjahr des Originals. Schaft geschwärzt und geölt, am Kolbenboden mit Eisenblech belegt. Zwei Ladestockbänder und Schaftabschlußband im Mündungsbereich. Hölzerner Ladestock mit Metalldopper. Luntenschloß mit 2-fach verschraubter, rechteckiger Schloßplatte.

Die hier beschriebene Muskete stellt einen exakten Nachbau des neuen, leichten Suhler Modelles dar, welches sich in den Jahren von 1630 bis 1634 (dem Jahr der Zerstörung Suhls durch kroatische Söldner unter General Johann Ludwig von Isolano) zum defacto Standard bei den schwedisch-protestantischen Truppen entwickelte.



Der Lauf der Muskete im Bereich der Pulverkammer mit abgenommenem Pfannendeckel und Feuerschirm. Der Suhler Beschaustempel und die Schmiedemarken sind durch Meistermarken von Armin König ersetzt.



Mündungsdetail des Nauchbaues. Die Mündung ist für eine Militärwaffe außergewöhnlich qualitätvoll abgesetzt. Ein Detail, welches exakt dem Original nachempfunden ist. Dieses typische Suhler Merkmal zeugt von hohem Fertigungsstandard. Der Dopper des Ladestocks entspricht in Form und Ausführung dem Original. Die mit Kupferlot verlötete Metallhülse ist zur Befestigung eines Krätzers mit einem Innengewinde versehen. Der scharfkantige Vorderabschluß verhindert ein Vorbeigleiten des Ladestockes beim Hinabstoßen des Verdämmungspfropfes in Richtung Pulverkammer.



Dieses Detail (Nachbau) zeigt die Metallplatte am Kolbenboden der Muskete. Zur Erhöhung der Feuergeschwindigkeit ersparten sich viele Musketiere das langwierige Verdämmen der Ladung mit dem Ladestock. Nach dem Einbringen der Pulverladung ließ der Schütze eine Bleikugel aus dem Mund in den Lauf fallen. Durch kurzes Aufstoßen des Kolbenendes auf den Boden wurde die Ladung verdichtet.



Schloßmechanismus des Suhler Originals von Innen im Detail



Schloßmechanismus - Nachbau. Die Innenmechanik ist denkbar einfach. Eine gute und leichtgängige Funktion ist jedoch von einer genauen Nachbildung der Abmessungen, Winkel und Bohrungsverghältnisse abhängig.